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Der österreichische Fußballerjargon: von Aansagoli, über Höschen und Torstangenbrunzer bis Ziagal

Aktualisiert: 26. Juni

Einige dieser typisch österreichischen Ausdrücke sterben allmählich aus, ein Grund sie in Erinnerung zu rufen.


Aansagoli, der (Einsergoalie): erster Tormann einer Kampfmannschaft, kommt immer zum Einsatz - sofern er fit ist.


abscherzeln, gespr. oscheazln: den Ball nicht mittig treffen; er landet bei den Gegnern oder im Out.


Außnbracka, der (Außenpracker): Außenverteidiger; prackt (schießt) den Ball manchmal weit nach vorne.


Bangldrucker, der (Bänkchendrücker): Spieler, der meist auf der Bank sitzt, selten zum Einsatz kommt.


Braadling, der (Breitling): Schuss mit der Innenseite des Fußes.


Dribblanski, der: Dribbelkünstler.


Eisenhaxen, der: überhart spielenden Verteidiger.


Englischer, der: Schuss mit dem Außenrist.


Feaschla, der (Fersler): Pass oder Schuss mit der Ferse.

Gepäck, das, vor allem in der Wendung: a Schuss ins Gepäck (in die Kronjuwelen).


gawaln (gaberln): den Ball in der Luft halten, indem man ihn fortwährend mit Fuß, Knie, Brust, Schulter oder Kopf spielt, ohne dass er auf den Boden fällt.


Guakal, das (Gurkerl): ein Pass durch die Beine des Gegners. 


Höschen, die (mit stimmhaftem sch!): ein Übungsspiel im Kreis, wobei ein Spieler in der Mitte versucht, an den Ball zu kommen; von höschen, höscherln = necken.


Jolly, der: rote Karte, Platzverweis.


Knödelreiter, der; gespr. Gnedlreida: wie Tschekabuff, siehe dort.


Ministrant, der: Spieler, der Zweikämpfe scheut oder einfallslos spielt.


Pris, der: Übersicht, Voraussicht, Vorahnung; ein Prisgicka kann Spielzüge vorhersehen und verfügt über ein ausgeprägtes peripheres Sehen; nicht von (Kalbs-)Bries, sondern über Umwege von lat. prendere (= fassen, erfassen).


Rastelli, der: technisch versierter Spieler, der mit scheinbarer Leichtigkeit agiert; nach dem berühmten Jongleur Enrico Rastelli.


Schleich, der: Schleichhandel mit Karten, Agiotage.


Schnittpartie, die: Match gegen einen unmittelbaren Tabellennachbarn, Sechspunktespiel.


Schwarzer, der: Schiedsrichter; früher schwarz gekleidet.


Spitzgicker, der: schlechter Fußballer; trifft den Ball nicht mit dem Rist.


Steiragoi, das (Steirergoal): schlimmer Tormannfehler; ein Tor, das leicht zu vermeiden gewesen wäre; angeblich nach Rudolf Hiden benannt.


Torstangenbrunzer, der: schlechter Tormann, auch: schlechter Feldspieler.


Tschekabuff, der: Tritt mit dem Knie in den Oberschenkel; verkürzt aus "Bodyckeck" und kombiniert mit "puffen"


Wäsch, die: Dress eines Fußballers; ka Wäsch sehn: nicht zum Einsatz kommen.


wassern: das Spiel verzögern, um ein Ergebnis über die Runden zu bringen: Deids wassan! (Trainer fordert seine Spieler auf, Zeit zu schinden.)


Ziagal, das (Ziegerl): Oberschenkelzerrung (von ziehen, zerren).


Hätten Sie's gewusst?


Wenig beliebt sind bei uns die (nord-)deutschen Ausdrücke wie Beinschuss, Hackenstoß, Klopper usw.


Die obigen Beispiele des österreichischen Fußballerjargons sind eine kleine Auswahl aus meinem Buch "Österreichisch fia Fuassboifans", Verlag Amalthea, im Buchhandel seit einiger Zeit leider vergriffen, als E-Book erhältlich.


Auskunftspersonen für die ganz alten Ausdrücke waren Alfred Körner, Rudolf Flögel, Dolfi Blutsch, Heli Köglberger, Robert Sara, Funki Feurer, Schoko Schachner und Andi Ogris.


1 Kommentar

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1 Comment


Guest
Jun 24

Sehr leiwand! 😀 I hob no a poar ondere: https://www.youtube.com/watch?v=8QjE_1cgFvs



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