Da samma, mit die Christbaama!
- Robert Sedlaczek

- 24. Dez. 2025
- 1 Min. Lesezeit
Dieser Spruch ist nicht nur zu Weihnachten in Gebrauch. Wenn jemand bepackt in eine Gesellschaft einbricht, kann dieser Satz fallen.
Der Satz passt zu einer Reihe anderer Sprüche:
Leider, sagt der Schneider (macht der Schuster keine Kleider): Aus der Ergänzung wird klar: Du bist an der falschen Adresse. Oft ein allgemeiner Ausdruck des Bedauerns.
Schade, Marmelade/Schokolade: Auch damit wird Bedauern ausgedrückt. Ein Wortspiel ohne Sinn.
Aus, die Maus: Drückt aus, dass etwas zu Ende ist oder nicht weitergeht.
So schauts aus im Schneckenhaus: So ist der Stand der Dinge.
Nicht schlecht, Frau Specht: Gut gemacht! Alle Achtung!
Locker vom Hocker: Ohne besondere Anstrengung.
Ende Gelände: In Deutschland ein Aktionsbündnis für den sofortigen Kohleausstieg, wird aber meist ohne politischen Hintergrund verwendet.
Alter Falter: Damit wird je nach Kontext Lob oder Verwunderung ausgedrückt - vielleicht angelehnt an Alter Schwede - diese Wendung dürfte auf den Dreißigjährigen Krieg zurückgehen, als erfahrene schwedische Soldaten für Brandenburg kämpften und als Ausbildner tätig waren.
"Man kann sie als Redensarten bezeichnen, als Floskel mit mehr oder weniger Sprachwitz; Fachleute sprechen von Phraseologie. Nennen wir sie doch einfach Sprüche, kurz und prägnant müssen sie sein, und der Reim darf nicht fehlen." (Weltwoche vom 1. 5. 2024)
Es sind Sprach- und Wortspiele, die wegen ihrer Stilistik ein Ohrwurm sind. Such darin keinen tieferen Sinn, es gibt keinen.
Das gilt auch für Da samma mit de Christbaama. Wer bringt gleich mehrere Christbäume zu Weihnachten nachhause?
Ein fröhliches Fest wünscht euch
Robert Sedlaczek

Tolle Kolumne. Wünsche frohe Weihnacht. Das "fröhliche" Fest der letzten Zeile kommt mir eher innovativ vor. Teilt wer meine Einschätzung?
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