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Robert Sedlaczek
Journalist und Sachbuchautor
Sprachblog


Überfall Russlands auf die Ukraine: Erst wurde die Sprache diskriminiert, dann kamen die Panzer
"Meine Muttersprache, das Ukrainische, wurde jahrhundertelang im Zuge des russischen linguistischen Kolonialismus unterdrückt und diskriminiert", schreibt die in Wien lebende ukrainische Wissenschafterin Oksana Havryliv in einem Gastbeitrag in der Tageszeitung "Die Presse". Anlass war der von der UNESCO ausgerufene Internationale Tag der Muttersprache. Silhouette eines Soldaten vor der Nationalflagge der Ukraine und vor jener Russlands (c) iStock Havryliv schildert eindrucks

Robert Sedlaczek
vor 6 Tagen2 Min. Lesezeit


Latein und zweite Fremdsprache: Die Petitionen wirken
Neos-Bildungsminister Christoph Wiederkehr hat mit seinen angekündigten Lehrplanreformen, die eine Kürzung des Lateinunterrichts und der zweiten Fremdsprache zugunsten von Informatik und Künstlicher Intelligenz vorsehen, einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Die Petition "Latein ist kein Luxus - es ist Bildung", siehe meinen früheren Blog , kam bis dato auf knapp 40.000 Unterschriften, die etwas später gestartete Petition "Natürliche Intelligenz stärken - mit fundiertem Sprac

Robert Sedlaczek
18. Feb.3 Min. Lesezeit


Woran zu erkennen ist, dass ein Beitrag von einer KI generiert wurde.
Neulich habe ich einen Blog veröffentlicht, mit dem Titel "Wenn Wörter in den Schützengraben ziehen" Er war von einer Künstlichen Intelligenz verfasst und ist hier nachzulesen. Es ging mir darum zu zeigen, wie gut oder wie schlecht diese Programme funktionieren. Auch die Überschrift "Wenn Wörter in den Schützengraben ziehen" war nicht von mir, sondern von der KI. Woran erkenne ich, dass ein Text von einer Künstlichen Intelligenz erstellt wurde? Im Internet gibt es zahlreiche

Robert Sedlaczek
11. Feb.3 Min. Lesezeit


Latein ist kein Luxus, sondern Bildung - was gegen die geplante Kürzung spricht
Wieder einmal geht es dem Lateinunterricht an den Kragen. Er soll gekürzt werden, zugunsten von Informatik und Künstlicher Intelligenz. Ich bin dagegen. Genauso bin ich dagegen, dass man gleichzeitig die zweite Fremdsprache kürzt. Das würde einen eigenen Blogbeitrag rechtfertigen. Latein ist nicht nur für Ärzte und Pharmazeuten wichtig, nicht nur für Rechtsanwälte, Richter und Theologen, sondern auch für all jene, die Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Französisch oder R

Robert Sedlaczek
4. Feb.2 Min. Lesezeit


Donald Trump ist der TACO-Präsident - aber Taco hat auch andere Bedeutungen
TACO ist ein Akronym für Trump Always Chickens Out . Es wurde von dem britischen Journalisten Robert Armstrong erfunden. Gemeint waren Trumps Kehrtwendungen in der Zollpolitik. Er kündigt gigantische Zölle an und nimmt die Ankündigung später zurück. Armstrong schrieb am 2. Mai 2025 in der "Financial Times" in einer eingehender Analyse der Finanzmärkte: "The US administration does not have a very high tolerance for market and economic pressure, and will be quick to back off w

Robert Sedlaczek
28. Jan.2 Min. Lesezeit


Ein neues Modewort, das eigentlich recht alt ist
Neulich las ich auf ORF-Online über den Schriftsteller Julian Barnes: Viele Themen ziehen sich wie ein roter Faden durch sein Werk, etwa das Verhältnis vom Leben zur Kunst, die er in Büchern über Dmitri Schostakowitsch und Arthur Conan Doyle verhandelte. Verhandelte! In diesem Beispielsatz werden also Themen nicht be-, sondern ver-handelt. Ich könnte viele Belege dieser Art zitieren, auch aus Tageszeitungen und aus Fernsehdiskussionen. Die klassische Bedeutung von verhandeln,

Robert Sedlaczek
21. Jan.1 Min. Lesezeit


"Der Raum für echte Meinungsfreiheit wird immer mehr eingeschränkt!"
Papst Leo XIV. überraschte in seiner ersten Neujahrsansprache mit zahleichen und deutlichen politischen Aussagen über die Weltlage. Dass er vor Diplomaten aus mehr als 180 Ländern die militärischen Übergriffe auf Territorien anderer Staaten anprangerte, fand in der Berichterstattung österreichischer Medien große Beachtung. Er warnte vor einer wachsenden Bereitschaft zum Krieg, weltweit würden Staaten Militärgewalt einsetzen, das untergrabe die internationale Rechtsordnung, di

Robert Sedlaczek
14. Jan.2 Min. Lesezeit


Wenn Worte in den Schützengraben ziehen - Kriegsmetaphorik in der deutschen Sprache
Es beginnt harmlos. Jemand "schießt ein Argument ab", ein anderer "geht in die Offensive", und schon "liegt der Ball im gegnerischen Feld". Klingt nach Sport? Schön wär's. In Wahrheit marschieren wir sprachlich längst "im Gleichschritt" - direkt "ins Gefecht". Die deutsche Alltagssprache ist ein wahres Waffenarsenal. Politiker "feuern Parolen ab", Unternehmen "erobern Märkte", und in Talkshows wird "hart geschossen". Selbst im Büro herrscht keine Waffenruhe: Da werden "Strate

Robert Sedlaczek
7. Jan.2 Min. Lesezeit


Leopold Figls "Rundfunkrede 1945": Wie ich Zeitzeuge beim Aufdecken eines Irrtums wurde
Es wird irgendwann im Jahr 2000 gewesen sein: Ich arbeitete mit Horst Friedrich Mayer, dem beliebten ZIB-Moderator, an dem Buch "Die populären Irrtümer Österreichs" - er als Autor und Ideenlieferant, ich als Verleger und Mitverfasser. Eines Tages kam HFM, wie er im ORF abgekürzt wurde, zu mir mir ins Büro: "Ich habe einen Irrtum, der gut ins Buch passt: die angebliche Rundfunkrede Leopold Figls am Heiligen Abend des Jahres 1945." Die meisten hielten jenes Tondokument, das i

Robert Sedlaczek
31. Dez. 20254 Min. Lesezeit


Da samma, mit die Christbaama!
Dieser Spruch ist nicht nur zu Weihnachten in Gebrauch. Wenn jemand bepackt in eine Gesellschaft einbricht, wann auch immer, ist der Satz zu hören: Do samma, mit die Christbaama! Übersetzt für die Menschen im Norden Deutschlands: Hier sind wir mit den Weihnachtsbäumen! Nach dem gleichen Muster gibt es eine Reihe anderer Sprüche: Leider, sagt der Schneider (macht der Schuster keine Kleider): Aus der Ergänzung wird klar: Du bist an der falschen Adresse. Oft ein allgemeiner Au

Robert Sedlaczek
24. Dez. 20252 Min. Lesezeit


Gedanken zu Thomas Bernhards "Auslöschung" am Burgtheater - an der Aussprache könnt ihr uns erkennen
Es ist eine der Eigenheiten des Österreichischen: Wir sprechen das geschriebene ä anders aus als die Menschen im Norden des deutschen Sprachraums. Das Österreichische Wörterbuch erklärt es an Hand einiger Beispiele: Wir sprechen den e-Kurzvokal in "Lärche" und "Lerche" gleich aus. Egal ob es der Nadelbaum oder der Singvogel ist. Aus dem Kontext ist immer erkennbar, was gemeint ist. Wenn es um einen langen e-Vokal geht, wird "die Beeren" wie "die Bären" ausgesprochen, "Ähr

Robert Sedlaczek
17. Dez. 20252 Min. Lesezeit
Das Wort des Jahres - verschiedene Ansätze, verschiedene Ergebnisse
Das Österreichische Wort des Jahres 2025 ist "Elch Emil", das Wort des Jahres 2025 in Deutschland ist "KI-Ära". Unterschiedliche Verfahren führen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Die österreichische Jury, zusammengestellt und angeführt von dem emeritierten Universitätsprofessor Rudolf Muhr, ermittelt seit 1999 das Wort des Jahres und erklärt das Ergebnis der Wahl 2025 "mit der wochenlangen, nationalen und internationalen medialen Aufmerksamkeit, die dem Geweihträger auf se

Robert Sedlaczek
10. Dez. 20252 Min. Lesezeit
Gábor Paál vom SWR erklärt "wie man elegant gendert, ohne dass es auffällt"
Es geht auch ohne Sternchen, Doppelpunkte, Schräg- und Unterstriche, meint Gábor Paál, Leiter der Abteilung Wissenschaft und Bildung im SWR. Auch aufwendige Doppelformen wie Schülerinnen und Schüler könne man vermeiden, denn die deutsche Sprache würde viele Möglichkeiten bieten, alle Geschlechter anzusprechen. Auf der Webseite des Senders "Südwestdeutschter Rundfunk" verbreitet er "Sieben Tricks zum schönen Gendern". Die Vorschläge von Gábor Paál haben auch innerbetriebliche

Robert Sedlaczek
3. Dez. 20253 Min. Lesezeit
Eine Ergänzung zum Thema "rückwärts = hinten" nebst einem amüsanten Beispiel
Meine letzte Kolumne ist auf Widerspruch gestoßen. Zur Erinnerung: Mit Belegstellen von Grillparzer und Doderer habe ich darauf hingewiesen, dass Formulierungen wie "von/nach rückwärts" einmal hochsprachlich waren. Heute werden sie von manchen als Hausmeisterdeutsch angesehen. Diese Sprachempfindungen muss ich ernst nehmen, über Empfindungen lässt sich nicht streiten. Auch den Einwand, dass dieser Gebrauch systemwidrig sei, kann ich nicht widerlegen. Ein Leser wies auf das s

Robert Sedlaczek
26. Nov. 20252 Min. Lesezeit
Auch Grillparzer und Doderer verwendeten "rückwärts" statt "hinten" - es war einmal österreichisches Hochdeutsch
"Bitte rückwärts einsteigen!" - Der Ruf des Schaffners, wie ich ihn in meiner Jugend oftmals gehört habe, klingt mir noch immer im Ohr. Als Buben sind wir dann manchmal aus Jux mit dem Rücken voran die Stufen hinaufgestiegen, was eine akrobatische Leistung war. Wer "rückwärts" statt "hinten" sagt, will eine Assoziation mit dem als peinlich geltenden Wort "Hintern" vermeiden. Uns war das egal. Wir sagten auch "arschlings". Später, bei der Beschäftigung mit den Eigenheiten de

Robert Sedlaczek
19. Nov. 20253 Min. Lesezeit
Fasching, Fastnacht, Karneval: Ist das nicht alles ident?
Wer die Zeitungsberichte dieser Tage liest, könnte zu diesem Schluss kommen. Aber in Wirklichkeit muss man die im Titel gestellte Frage mit einem klaren Nein beantworten. Es gibt nicht nur regionale, sondern auch inhaltliche Unterschiede. Beginnen wir beim Karneval. Die rheinischen Narren treffen am elften Elften um elf Uhr elf zusammen, um sich auf ihre Veranstaltungen im folgenden Jahr vorzubereiten. Elf gilt als Schnapszahl, als eine Zahl, die das Narrentum symbolisiert, d

Robert Sedlaczek
12. Nov. 20252 Min. Lesezeit
"Wegen Urlaubs geschlossen!" Oder: "Wegen Urlaub geschlossen?" Eine knifflige Frage.
"Schau dir das an!" Manfred zeigt auf das Schild im Geschäftseingang. Dort steht: "Wegen Urlaub geschlossen!" Manfred ist entsetzt. "Deutsche Sprache, schwere Sprache! In der Schule sind wird gedrillt worden: Nach 'wegen' gehört immer der Genitiv. Also: Wegen Urlaubs geschlossen!" "Der Deutschlehrer hat es gut gemeint. Aber so einfach ist die Sache nicht. Ich erkläre es dir in einem Beitrag meines nächsten Sprachblogs." o o o Steht vor dem Substantiv weder ein Artikel no

Robert Sedlaczek
5. Nov. 20252 Min. Lesezeit
Der Tod hat viele Namen
Der Umgang mit dem Tod fällt in unserer Kultur schwer. Deshalb gibt es viele verschleiernde Synonyme für den Tod. Eine davon ist der Sensenmann, auch Schnitter oder Gevatter Tod genannt, es ist eine aus dem Mittelalter stammende personifizierte Allegorie des Todes: Der Tod wird oft als Skelett dargestellt, das mit einer Sense die Menschen niedermäht. Ein ähnlicher Gedanke steckt hinter dem Ausdruck Knochenmann - übrigens der Titel eines Romans von Wolf Haas und dessen Ver

Robert Sedlaczek
29. Okt. 20251 Min. Lesezeit
Straßenbahnjargon: In der Nazizeit wurde "die Blaue" abgeschafft
Als die Blaue wird im Wien der letzte Kurs einer Linie am Ende des Tages bezeichnet. Ich kenne den Ausdruck aus meiner Jugend. Als ich noch kein Auto hatte, ging es darum, die Fahrpläne genau zu kennen: Wann fährt die letzte Straßenbahn, die es noch zu erwischen gilt? In mein Hirn eingebrannt hat sich der Gedanke: "Die letzte Blaue musst du unbedingt erreichen, für ein Taxi hast du nicht genug Geld." Eine frühere Straßenbahn ohne Hast zu nehmen, war allerdings keine Option.

Robert Sedlaczek
22. Okt. 20252 Min. Lesezeit
Huawei und Xiaomi - zweiter Versuch
Vor zwei Wochen habe ich an dieser Stelle darüber berichtet, wie die chinesischen Firmennamen Huawei und Xiaomi originalgetreu ausgesprochen werden. Das hat bei meinen Freund Helmut Opletal für Entsetzen gesorgt. Quintessenz seines Mails: Es ist nicht so, wie du glaubst. Aber ich erklär es dir. Er muss es wissen, war er doch viele Jahre hindurch ORF-Korrespondent in Peking und hat die chinesische Sprache erlernt, genau genommen Mandarin. Ich lasse ihn daher hier zu Wort komme

Robert Sedlaczek
15. Okt. 20252 Min. Lesezeit
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