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Robert Sedlaczek
Journalist und Sachbuchautor
Sprachblog


Analyse der deutschen Wirtschaft: Welche Unternehmen gendern wirklich?
Ein Nürnberger Software-Haus, das Firmendaten recherchiert und anbietet, hat 2,3 Millionen Webseiten von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen untersucht und ist der Frage nachgegangen: Welche Unternehmen gendern wirklich? Die Listflix-Firmendatenbank, eine Tochter des Softwareunternehmens Datamego, hat festgestellt, dass 20,7 Prozent der Großunternehmen gendern, bei den mittelständischen Betrieben sind es immerhin 15,8 Prozent, aber nur 9,7 Prozent der Kleinunternehmen,

Robert Sedlaczek
vor 9 Minuten2 Min. Lesezeit


Neue Studie zeigt: Die österreichischen Journalisten bewahren Austriazismen vor dem Aussterben
Das Sommerloch in der medialen Berichterstattung wird oft mit Sprachthemen gefüllt - so auch dieses Jahr. Kaum eine Zeitung hat es verabsäumt, über die unerwarteten Ergebnisse einer Studie von Frau Univ.-Prof. Alexandra Lenz von der Universität Wien zu berichten. Grundtenor: Die wichtigsten Austriazismen sind stabil, sie werden nicht durch Ausdrücke aus dem deutschen Deutsch ersetzt. Die Angst vor deren Aussterben sei also "überzogen", so war es in den Medien zu lesen, zu hör

Robert Sedlaczek
vor 7 Tagen3 Min. Lesezeit


Die „Semmel(n)knödel(n)“ von Liesl Karlstadt und Karl Valentin: ein Lehrstück in Sachen Pluralbildung
Der Sketch ist legendär, das Publikum hat viel zu lachen und zu schmunzeln. Es geht im Grund genommen nur um ein "n" im Inneren eines Kompositums. Zur Erinnerung: ----- Karl Valentin: Semmelnknödeln. Liesl Karlstadt: Nein, man sagt schon von jeher Semmelknödeln. Karl Valentin: Ja, zu einem - aber zu mehreren Semmelknödeln sagt man Semmelnknödeln. Liesl Karlstadt: Aber wie tät man denn zu einem Dutzend Semmelknödeln sagen? Karl Valentin: Auch Semmelnknödeln - Semmel ist die Ei

Robert Sedlaczek
26. Aug.3 Min. Lesezeit


Die beleidigte Leberwurst - und warum es Menschen mit diesem Namen nicht leicht haben
Neulich bin ich gefragt worden, wie die Wendung Spiel' nicht die beleidigte Leberwurst! entstanden ist. Warum gerade die Leberwurst und nicht irgendeine andere "gefüllte Haut"? Die Leberwurst wird in nahezu allen Regionen des deutschen Sprachraums gern gegessen - in Österreich ist sie als Streichwurst oft Teil einer Brettljause - und genauso weit verbreitet ist die Redewendung Spiel' nicht die beleidigte Leberwurst! oder Sei nicht eine beleidigte Lebewurst! (c) Wolf-Henry Dre

Robert Sedlaczek
19. Aug.2 Min. Lesezeit


Am Gebäude des Wiener Konzerthauses fehlt ein Bindestrich
Das Wiener Konzerthaus ist seit 1913 ein Schauplatz bedeutender kultureller Aufführungen. Auch das Gebäude ist ein Juwel, es ist erbaut im Jugendstil, von berühmten Architekten. Neben dem Haupteingang findet sich ein kleiner Nebeneingang mit zwei Aufschriften über der Eingangstüre. Links steht: STAGE DOOR, damit auch englischsprachige Künstler den Weg finden. Merkwürdig ist die Aufschrift in deutscher Sprache: KÜNSTLER:INNENEINGANG Aber es ist der AUßEN-EINGANG für Künstler!

Robert Sedlaczek
12. Aug.1 Min. Lesezeit


Rettet den Bindestrich! Und die "Hohe Warte"!
"Obwohl er niemandem etwas getan hat, geht es dem Bindestrich an den Kragen. Für Marketing-Abteilungen und PR-Agenturen ist er anscheinend zum Unding geworden." So beginnt Wolfgang Kralicek am 8. Juli im "Kurier" das Einserkastl, im hausinternen Jargon Ohrwaschl genannt. Für Leser aus fremden Sprachräumen: Das Zeitwort einkasteln bedeutet in Süddeutschland und Österreich "mit einem Viereck umgeben", in diesem Fall ist ein Beitrag auf Seite eins einer Tageszeitung gemeint. Oh

Robert Sedlaczek
5. Aug.2 Min. Lesezeit


Stelze mit Senf und Kren im Schweizerhaus - oder lieber Rohscheiben?
Das Schweizerhaus ist berühmt für seine Schweinsstelzen. Aber nicht alle kommen deswegen in das Lokal im Wiener Prater: Manche essen einen Teller Rohscheiben und trinken dazu das perfekt gezapfte Budweiser. Auch gut und obendrein billig. Rohscheiben ist ein typisch wienerischer Ausdruck für Kartoffelchips. Wer das Wort auf duden.de eingibt, bekommt die Meldung: "Leider ergab Ihre Suchanfrage keine Treffer. Meinten Sie nachschreiben, durchschreiben oder Drehscheibe?" Wikipedia

Robert Sedlaczek
29. Juli3 Min. Lesezeit


Dialekt als Zweitsprache fordert das Gehirn heraus - geeignete "Lehrmittel" von H. C. Artmann, Ernst Molden, Felix Mitterer etc.
Dialekte unterscheiden sich von der Standardsprache nicht nur durch die Aussprache und den Wortschatz, sie haben auch eine eigene Grammatik. So gesehen sind sie wie eine eigene Sprache. Sie sind maßgeschneidert für die Alltagskommunikation - und besonders nuancenreich, wenn es um die Bereiche "essen", "trinken", "lieben", "weinen", "fortbewegen" geht - oder um "aggressiv reden, handgreiflich werden etc."; letzteres wird oft fälschlich als Kern des Dialekts angesehen und amüsi

Robert Sedlaczek
22. Juli3 Min. Lesezeit


Warum ausgerechnet "Simmering gegen Kapfenberg ..." ?
Dass Helmut Qualtinger den berühmten Satz geprägt hat, kann man als allgemein bekannt voraussetzen. Aber wie kam er auf diese Idee? Es handelt sich um ein literarisches Zitat, das in die (Sprach-)Geschichte Österreichs eingegangen ist. Im ersten "Travnicek"-Dialog heißt es wörtlich: "Travnicek, was sagt Ihnen Spanien?" - "Offen gestanden - nichts. Die Stierkämpf´ - a matte Sache... Simmering-Kapfenberg, das nenn' i Brutalität... Der Malaga is' ka Heuriger... Und die Regierung

Robert Sedlaczek
15. Juli3 Min. Lesezeit


Die ominöse "Trumpkarte" - aber wie kam die "Arschkarte" ins Fußballspiel?
Die Häme ist groß. Donald Trump hatte Giovanni Infantino gebeten, die rote Karte für einen US-amerikanischen Spieler "zu überprüfen", wie er sagte. Daraufhin hat die folgsame FIFA die bereits verhängte Sperre auf Bewährung ausgesetzt. Der Stürmer durfte auflaufen, aber seine Mannschaft verlor trotzdem gegen Belgien 1:4. In den sozialen Netzwerken kursierten am Tag danach jede Menge KI-generierte Memes, also gestellte Filmchen oder Fotos mit satirischen Kommentaren. Auf einem

Robert Sedlaczek
8. Juli4 Min. Lesezeit


"I wer' narrisch!" und "Bist du deppert!" - zwei ORF-Kommentatoren als Teil der Fußballgeschichte
Was sagt man, wenn Unglaubliches am Fußballfeld passiert? Wie werden Emotionen mit einer volkstümlichen Phrase ausgedrückt? Edi Finger ist 1978 im argentinischen Córdoba durch Österreichs 3:2-Sieg über Deutschland berühmt geworden, jetzt hatte Daniel Warmuth die gleiche Chance, und er hat sie wahrgenommen. Er kommentierte das 3:3 gegen Algerien, den Ausgleich in buchstäblich letzter Sekunde, ebenfalls mit einem typischen Satz aus der Alltagskommunikation. Dazwischen liegt gr

Robert Sedlaczek
1. Juli4 Min. Lesezeit


Wie die flapsige Wendung "nichts für ungut" entstanden ist
Es ist eine Phrase mit einer rätselhaften Herkunft: Nichts für ungut! Nur die Bedeutung ist augenscheinlich: Es ist eine Beschwichtigungsformel. Sie wird verwendet, um zum Ausdruck zu bringen, dass eine kritische Aussage nicht als böse oder verletzend aufgefasst werden soll. Eine möglicherweise etwas hart ankommende Äußerung soll abgeschwächt werden. Aber wieso heißt es: Nichts für ungut? Das mit un- verneinte gut kehrt die Bedeutung des Wortes ins Gegenteil. Es bedeutet: (a

Robert Sedlaczek
24. Juni2 Min. Lesezeit


Schweizer Fußballsprache: Mätschli, Füdlipass und Bänkliwärmer
Vom Österreichischen nicht weit entfernt ist die Schweizer Fußballsprache. Der gemeinsame Nenner sind die Ausdrücke aus dem Englischen: Corner, Goalie, Kickoff, Offside, Out, Penalty etc. Der Braunschweiger Gymnasiallehrer Konrad Koch ist mit seinen Eindeutschungen auch in der Eidgenossenschaft wirkungslos geblieben. (c) jorono, pixabay Genauer betrachtet gibt es in der Deutschschweiz mehr englische Ausdrücke als in Österreich. Sogar das klassische Wort für Fußball spielen ko

Robert Sedlaczek
17. Juni2 Min. Lesezeit


Der Dialektausdruck "die Höschn" ist Wiener Fußballersprache - und nicht nur das.
Sogar der Baden-Württemberger Ralf Rangnick, Österreichs Nationaltrainer, wird den Ausdruck inzwischen kennen: die Höschn. Er ist schon längst bei uns sprachlich angekommen, "leiwand ist ein schönes Wort" sagte er einmal zum "Kurier". Gemeint ist mit die Höschn, standardsprachlich auch die Hösche, ein klassisches Übungsspiel, es wird oft auch zum Aufwärmen verwendet. Fünf oder mehr Spieler bilden einen Kreis, ein Spieler steht in der Mitte, manchmal sind es auch zwei. Die Spi

Robert Sedlaczek
10. Juni3 Min. Lesezeit


Wir sagen Corner, ihr sagt Ecke, wir sagen Kapitänsschleife, ihr sagt Binde.
Die Fußballersprache Deutschlands ist anders gestrickt als die österreichische. In Österreich heißt es Corner, Out, Hands etc., in Deutschland Ecke, Ball im Aus, Handspiel etc. Es wird also bei unserem großen Nachbarn viel stärker eingedeutscht, während wir das englische Original zumindest als Zweitausdruck beibehalten haben. Warum? Der Grund ist in der Anfangsphase des Fußballsports zu suchen. Im Jahr 1903 veröffentlichte Konrad Koch, ein Lehrer aus Braunschweig, der sich um

Robert Sedlaczek
3. Juni2 Min. Lesezeit


Ist "in keinster Weise" richtiges und gutes Deutsch?
Die Phrase ist oft zu hören - und sie bringt manche Menschen auf die Palme. Damit soll eine kategorische Ablehnung zum Ausdruck gebracht werden. Aber darf man das sagen? Darf man es schreiben? Wie in Fragen dieser Art geht es um sprachliche Konventionen, nicht um das, was im Rechtschreib-Duden und in den Grammatiken steht, die angeblich normgebend sind. Beim Wort kein, auch bei keine/keiner/keines, handelt es sich um ein sogenanntes Absolutadjektiv. So werden Eigenschaftswört

Robert Sedlaczek
27. Mai2 Min. Lesezeit


Warum wir Menschen als Wappler bezeichnen und wie Karl Öllinger den Basiswappler popularisierte
Wappler ist ein wienerischer Ausdruck, dessen Bedeutung und Herkunft oft diskutiert wird. Eine Ableitung von lateinisch vapulare (= Prügel bekommen) steht auf tönernen Füßen. Wäre vapulare aus dem Lateinischen entlehnt worden, hätte es zunächst wohl vapulieren lauten müssen, analog zu fabulare und fabulieren oder irrtitare zu irritieren. Das Zeitwort vapulieren ist allerdings nicht belegt. Wäre davon ein Hauptwort gebildet worden, müsste dieses Wapulierer oder Waplierer heiß

Robert Sedlaczek
20. Mai3 Min. Lesezeit


Der Ur-Beserlpark lag am Donaukanal
Ein Park mit kümmerlichen Bäumen und Sträuchern wird in ganz Österreich als Beserlpark bezeichnet. Manchmal wird damit laut Wikipedia auch ohne abwertenden Charakter ein Kleinparkanlage bezeichnet oder eine kleine städtische Parkanlage vom Ausmaß einer größeren Verkehrsinsel oder ein begrünter Vorplatz eines Gebäudes. Rund um die Entstehungsgeschichte des Ausdrucks ranken sich Mythen und Fehlmeinungen, jetzt hat Johann Werfring in einem bei Böhlau erschienenen Buch den Sachve

Robert Sedlaczek
13. Mai3 Min. Lesezeit


Warum die Aussprache von Thalia für Gesprächsstoff sorgt
Thalia ist eine der neun Musen in der griechischen Mythologie. Der Name bedeutet so viel wie "blühendes Glück, fröhliches Gelage". Sie ist die Muse der komischen Dichtung und der Unterhaltung, auch die Beschützerin der Theaterspielstätten. In Hamburg ist ein Theater nach ihr benannt. Thalia (Stich von Virgil Solis aus P. Ovidii Metamorphosis von 1562). Als Kind hörte ich den Namen zigmal: Meine böhmische Großmutter mütterlicherseits wohnte in Ottakring in der Thaliastraße. Ic

Robert Sedlaczek
6. Mai2 Min. Lesezeit


Warum Künstliche Intelligenz (KI) halluziniert
Künstliche Intelligenz kann nicht nur Texte verfassen, Bilder zeichnen, Programme schreiben, sondern auch jede beliebige Frage in Windeseile beantworten, zum Beispiel: Wer waren die Eltern von Donald Trump? Binnen Sekunden hat die KI, in meinem Fall war es Bing, alle Informationen beisammen: aus Wikipedia, Spiegel, Stern, News etc. Dann stelle ich die Frage: "Ist Donald Trump psychisch krank?" In diesem Fall bekomme ich keine direkte Antwort, sondern Links zu Beiträgen aus Ze

Robert Sedlaczek
29. Apr.2 Min. Lesezeit
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