Wiederkehrs Kehrtwende: Petitionen gegen die Kürzungen bei Latein und zweiter Fremdsprache haben gewirkt
- Robert Sedlaczek

- vor 16 Stunden
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Über 50.000 Menschen haben die zwei Petitionen gegen die geplanten Kürzungen im Stundenplan bei Latein und bei der zweiten lebenden Fremdsprache unterschrieben - jetzt hat Unterrichtsminister Christoph Wiederkehr (Neos) eingelenkt.
Nach außen wollte er den Eindruck erwecken, dass sein Vorhaben wie geplant realisiert wird - damit sich sein Gesichtsverlust in Grenzen hält. In Wirklichkeit haben die Unterzeichner der Petitionen gewonnen, mit Unterstützung zahlreicher Journalisten.

Aber das Ergebnis der koalitionsinternen Verhandlungen um die Lehrplanreform ab dem Schuljahr 2027/28 an den AHS-Oberstufen ist äußerst komplex. Man muss wissen, dass nur rund zehn Prozent der Schulen die vom Ministerium vorgegebenen Stundentafeln nutzen, und sie haben viele Freiheiten.
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Die Schulen können beispielsweise Medien und Demokratie ebenfalls als Pflichtgegenstand einführen und dafür auch bei anderen Fächern statt Latein oder Sprachen kürzen – einzige Vorgabe: Sie dürfen nicht unter die für die Fächer vorgegebene Mindeststundenzahl fallen.
Ebenfalls möglich ist, Medien und Demokratie mit anderen Gegenständen zu koppeln und integriert zu unterrichten. Die Schule muss dann nachweisen, dass die Inhalte des Fachs tatsächlich vermittelt werden.
Laut AHS-Direktorensprecherin Isabella Zins wäre es etwa möglich, ein eigenes Fach Deutsch und Medien zu schaffen und die Inhalte von Medien und Demokratie dort zu unterrichten. In diesem Fall könnten die Stundentafeln sogar gleich bleiben.
Isabella Zins ist zuversichtlich, dass auch in Zukunft in der zweiten lebenden Fremdsprache das B1-Niveau erreicht werden kann. Auch das ist wichtig.
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Quellen: Austria Presse Agentur, ORF, Der Standard, Die Presse.



Das kann man so sehen. Man könnte aber auch so ansetzen, dass Wiederkehr von vornherein nur 2 Stunden Kürzung angepeilt hatte (mehr braucht man für Demokratie und KI ja vorerst nicht). Ich bin beeindruckt wie dieser junge Herr den ewigen Stillstand seit dem Glöckl-Kompromiss sich anzugehen traut. Minister Wiederkehrus bonus est, könnte man wohl sagen. Danke für die Kolumne!