Analyse der deutschen Wirtschaft: Welche Unternehmen gendern wirklich?

Ein Nürnberger Software-Haus, das Firmendaten recherchiert und anbietet, hat 2,3 Millionen Webseiten von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen untersucht und ist der Frage nachgegangen: Welche Unternehmen gendern wirklich?
Die Listflix-Firmendatenbank, eine Tochter des Softwareunternehmens Datamego, hat festgestellt, dass 20,7 Prozent der Großunternehmen gendern, bei den mittelständischen Betrieben sind es immerhin 15,8 Prozent, aber nur 9,7 Prozent der Kleinunternehmen, 9 Prozent der Kleinstunternehmen und 8,8 Prozent des Kleingewerbes und der freien Berufe. Insgesamt ist die Genderquote aber immer noch erstaunlich niedrig. Auf nur 9,2 Prozent aller Webseiten wird gegendert.

Die niedrigen Werte lassen sich damit erklären, dass nur das regelwidrige Gendern mit Doppelpunkt, Sternchen, Schrägstrich, Klammerform und Binnen-I berücksichtigt wurde. Doppelformen (Einwohner und Einwohnerinnen) sowie Umschreibungen mit einem Partizip Präsens (Studierende) wurden außer acht gelassen.
Wer gendert häufig? Die großen Konzerne, die Banken, der Staat und seine Behörden, die öffentlichen Verkehrsbetriebe, die Schulen, die Universitäten etc. Wer gendert kaum? Die kleinen Unternehmen, die Freiberufler etc.
Daraus folgt: Krankenhäuser gendern fast immer, Ärzte eher nicht.
Im Westen Deutschlands wird mehr gegendert als im Osten, im Norden mehr als im Süden, in den Städten mehr als auf dem Lande.
"Gendersprache ist eine Machtfrage zwischen oben und unten, groß und klein", konstatiert Matthias Heine in der Tageszeitung Die Welt. "Es kommt von oben. Von der Obrigkeit, von Konzernen, vom Staat, von den Lehrern und Oberlehrern, von der Bürokratie, von den Chefs. Was als Jargon linksgrüner Graswurzelbewegungen begann, ist zur Sprache der Macht geworden."
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Quellen: welt+ auf www.welt.de vom 31. August 2026 und www.listflix.de.
Die Studie ist hier abrufbar.
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