Schweizer Fußballsprache: Mätchli, Füdlipass und Bänkliwärmer
- Robert Sedlaczek

- vor 20 Stunden
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Vom Österreichischen nicht weit entfernt ist die Schweizer Fußballsprache. Der gemeinsame Nenner sind die Ausdrücke aus dem Englischen: Corner, Goali, Kickoff, Offside, Out, Penalty etc. Der Braunschweiger Gymnasiallehrer Konrad Koch ist mit seinen Eindeutschungen auch in der Eidgenossenschaft wirkungslos geblieben.

Genauer betrachtet gibt es in der Deutschschweiz mehr englische Ausdrücke als in Österreich. Sogar das klassische Wort für Fußball spielen kommt aus dem Englischen: aus to shoot wurde tschutten. Folglich ist der Kicker ein Tschütteler. Ein Schuss ins Kreuzeck ist ein Angeli, von englisch angel, also Winkel.
Auch liebevolle Verkleinerungen sind da wie dort en vogue. Mätchli ist ein kleines Trainings- oder Freizeitspiel, in Wien ein Metscherl, Libli ist das Leiberl, Bänkliwärmer ist einer der selten aufs Feld darf, bei uns ein Bankldrucker.
Die Nationalmannschaft wird liebevoll Nati genannt, kurz für Nationalmannschaft. Die korrekte Aussprache ist Nazi - österreichische Moderatoren scheuen sich, das Wort so auszusprechen.
Ein verunglücktes Zuspiel ist ein Füdlipass, der erste Wortbestandteil bedeutet im Alemannischen so viel wie Arsch. Ein Füdlimatch ist ein schlechtes oder unbedeutendes Spiel.
Die Vielsprachigkeit der Schweiz zeigt sich im Wort Bitschigletta für Fallrückzieher. Das italienische Herkunftswort bicicletta bedeutet Fahrrad. Vermutlich ist das Wort eine Lehnübersetzung von englisch bycicle kick. Es ist eine Anspielung auf die scherenartigen Bewegungen der Beine in der Luft. Équipe für Fußballmannschaft ist vor allem in jenen Kantonen in Gebrauch, in denen ausschließlich oder teilweise französisch gesprochen wird.
Wenn eine Mannschaft extrem defensiv spielt, parkiert sie den Bus vor dem Tor/im Tor. Ein verletzter Spieler wird in der Schweiz nicht medizinisch behandelt, sondern gepflegt. Das klingt für unsere Ohren fremd, ist aber eine nette Wortwahl.



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