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Warum ausgerechnet "Simmering gegen Kapfenberg ..." ?

  • Autorenbild: Robert Sedlaczek
    Robert Sedlaczek
  • 15. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

Dass Helmut Qualtinger den berühmten Satz geprägt hat, kann man als allgemein bekannt voraussetzen. Aber wie kam er auf diese Idee?


Es handelt sich um ein literarisches Zitat, das in die (Sprach-)Geschichte Österreichs eingegangen ist. Im ersten "Travnicek"-Dialog heißt es wörtlich:


"Travnicek, was sagt Ihnen Spanien?" - "Offen gestanden - nichts. Die Stierkämpf´ - a matte Sache... Simmering-Kapfenberg, das nenn' i Brutalität... Der Malaga is' ka Heuriger... Und die Regierung? A Diktatur! Aber nix gegn'n Hitler! Wann mi des Reisebüro net vermittelt hätt ..." 


Zeichnung auf der Gedenktafel Helmut Qualtinger, Heiligenkreuzerhof, Wien 1, Schönlaterngasse 5; dort wohnte Qualtinger in den letzten Jahren seines Lebens (1975-1986) .
Zeichnung auf der Gedenktafel Helmut Qualtinger, Heiligenkreuzerhof, Wien 1, Schönlaterngasse 5; dort wohnte Qualtinger in den letzten Jahren seines Lebens (1975-1986) .

Damit ist die ORF-Sendereihe am 22. Oktober 1958 gestartet worden. Es war die Zeit, als Spanien von General Francisco Franco diktatorisch regiert wurde. Aber dieser sei "nichts" im Vergleich zu Adolf Hitler gewesen. Einige Jahre später sollte Qualtinger im Monolog "Der Herr Karl" den typischen österreichischen Biedermann noch viel drastischer karikieren. 


Warum ausgerechnet Simmering gegen Kapfenberg? Zwei Mannschaften, oft in den Abstiegskampf verwickelt, wenig Geld ... Dort spielen eher die Eisenhaxen, nicht die Zangler. 


Nein, es gab einen konkreten Anlass. 


In der neunten Runde der Staatsliga A kommt es am 27. Oktober 1956 zum Treffen zwischen dem 1. Simmeringer SC und dem SV Kapfenberg. Kurz vor Spielende stößt Kapfenbers Linksaußen, Heli Hauberger, mit dem Simmeringer Tormann Bruno Engelmaier zusammen. Hauberger erleidet einen Beinbruch. "Es hat einen Kracher gemacht, wie wenn eine Zaunlatte abbricht", erinnert sich sein Spielerkollege Ernst Kolar. "Das war ein offener Bruch!" Als ein anderer Kapfenberger das sieht, fällt er in Ohnmacht. "Er hat die Augen verdreht und ist umgefallen wie ein Stückl Holz."

 

Es war nicht der einzige verhängnisvolle Zusammenstoß in diesem Spiel. Einige Zeit vorher, bei einem Pressball, ist dem Spieler Otto Gollnhuber der Fuß ausgekegelt worden. "Dem ist das Knie so rüber gestanden ... Und da sitzt drei Meter von der Linie entfernt ein Arzt, der kräult unter dem Geländer durch und sagt: Burschen, kommts her, haltets ihn. Und auf einmal hat es einen Rucker gemacht, und der Fuß war wieder drin. Der Gollnhuber ist aufgestanden, konnte wieder rennen und hat keinen Schmerz mehr ghabt."


Die Ex-Kicker hatten im Rückblick allerdings nicht das Gefühl, dass das Spiel durch Brutalität gekennzeichnet war. Ernst Kolar: "Es war ein schnelles und hartes Spiel, das gebe ich zu, aber ohne zu foulen."


Allerdings räumen Zeitzeugen ein, dass beim SV Kapfenberg raue Sitten herrschten. So erinnert sich Karl Egger an einen Zwischenfall, bei dem sein Spielerkollege Kolar der Leidtragende war. "Der Ernstl war eigentlich lange Zeit der beste Stopper, der Verteidiger von Österreich. Und dem hab ich beim Training den Ball zwischen die Füße geschoben." Ein Gurkerl also.


Später, in der Kabine, hat sich der Kolar über den Gefoppten auch noch lustig gemacht. "Der war daraufhin so zornig, hat sich umgedreht und mir barfüßig in den Hintern getreten. Und bricht si' den Zech'n." 


Qualtinger soll am 27. Oktober 1956 das Spiel mitverfolgt haben. Ob das stimmt, wissen wir nicht. Die Vorkommnisse könnten ihm auch erzählt worden sein - oder er hat in den Zeitungen davon gelesen.


Simmering verlor gegen Kapfenberg auf eigenem Platz 0:1.

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Eisenhaxen, der: Spieler mit einer überaus harten Spielweise.

Zangler, der: technisch versierter Spieler.

Gurkerl, das: die Deutschen sagen dazu Beinschuss, Tunnel.

Zech'n, der: die Zehe.


Quellen

Elke Murlasits und Maria Froihofer (Hg.), unter redaktioneller Mitarbeit von Oliver Parfi: Kicken ... ist doch offensichtlich die größte Liebe, die man entwickelt, Büro der Erinnerungen, Verlag Bibliothek der Provinz; Graz 2007.

Das hier komplett wiedergegebene "Travnicek"-Originalzitat stammt aus der bei Deuticke erschienenen Werkausgabe "Helmut Qualtinger".

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1 Kommentar


Gast
vor 3 Tagen

Mình xem dự đoán chủ yếu để giải trí, coi như thêm một góc nhìn trước khi chọn con số mình đang thích. Hồi trước toàn nghe người quen nói lại, mỗi người một ý nên nhiều lúc càng nghe càng loạn. Gần đây mình chuyển sang đọc mấy bài họ phân tích, kiểu nhắc đến lô gan, cầu kẹp rồi so lại vài kỳ gần nhất, cảm giác dễ theo dõi hơn dù biết vẫn chỉ là chuyện may rủi. Có lần mình thử bám theo một nhận định trong dự đoán xsmb pro, cuối cùng không trúng nhưng mình thấy cách họ lý giải cũng có cơ sở, ít ra giúp mình đỡ chọn theo cảm xúc. Mình…

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