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Wie die flapsige Wendung "nichts für ungut" entstanden ist

  • Autorenbild: Robert Sedlaczek
    Robert Sedlaczek
  • vor 15 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Es ist eine Phrase mit einer rätselhaften Herkunft: Nichts für ungut! Nur die Bedeutung ist augenscheinlich: Es ist eine Beschwichtigungsformel. Sie wird verwendet, um zum Ausdruck zu bringen, dass eine kritische Aussage nicht als böse oder verletzend aufgefasst werden soll. Eine möglicherweise etwas hart ankommende Äußerung soll abgeschwächt werden. Aber wieso heißt es: Nichts für ungut? 


Das mit un- verneinte gut kehrt die Bedeutung des Wortes ins Gegenteil. Es bedeutet: (a) von unbestimmten Befürchtungen begleitet (b) ungünstig, widerwärtig, negativ. So sieht es das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS).


Die Mustersätze für die zwei Bedeutungen sind perfekt gewählt: Jemand hat ein ungutes Gefühl, eine ungute Ahnung. Die letzten Wochen waren gesundheitlich ungut. Das Wort wird manchmal auch als Zwischenbegriff zwischen gut und seinem Gegenteil empfunden. Ungut ist "nicht total schlecht".


Laut Grimm wird nichts für ungut auch als Formel der Entschuldigung verwendet, "wenn man sich verabschiedet und um Nachsicht für frei Gesprochenes oder Getanes erbittet". Es gab unter Wörterbuchmachern lange Zeit ein Diskussion, ob nichts für ungut "nur im gemeinen Volke" üblich sei oder in allen Gesellschaftsschichten verwendet wird.


Nichts für ungut ist nur dann in seiner Wortherkunft zu verstehen, wenn man frühere Formen hernimmt, die im Grimm'schen Wörterbuch zu finden sind: etwas für ungut nehmen bzw. aufnehmen, in negierter Form: nichts für ungut nehmen bzw. aufnehmen.


Nehmen Sie es nicht für ungut! oder verkürzt Nichts für ungut! bedeutet also: Fassen Sie es nicht negativ auf! Es ist ein Äquivalent für: Nehmen Sie es mir nicht übel! 


Man denkt sich: Was habe ich da eben gesagt? War das richtig? Vor allem in Textnachrichten wird oft unbesonnen kommuniziert.



Da es eine eher flapsige Form der Entschuldigung ist, lässt man die Worte meist nicht so stehen, sondern ergänzt: Nichts für ungut. Ich habe mich ungeschickt ausgedrückt. Oder: Nichts für ungut. Es tut mir leid.


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